Fahrtipps kann man garnicht genug kriegen. Gerade Einsteiger kennen die
Tücken der Strasse noch nicht. Wir haben für Euch versucht die wichtigesten
Punkte hier aufzuführen. Auch der "Profi" wird hier nocheiniges Neues lesen

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Biken bei Hitze

Herrlich!
Die Sonne scheint, es ist Sommer!
Die Freunde fahren ins Schwimmbad, es sind so 30 °C.

Oder: Man ist an die Mittelmeeküste gefahren, die Tour dahin war echt super. Natürlich will man da unten alles sehen, Türme, Statuen, alte Burgen oder Kloster, bloss nicht an den Strand. Ist doch langweilig an einer Stelle liegend im eigenen Saft zu braten.

Doch wie soll man sich in diesen Situationen anziehen, ohne einen Hitzeschock zu bekommen? Die Lederkombi sitzt sicherlich schön eng, man will je eine gute Figur auf der Maschine machen!

Als Biker ist man allen Umweltbedingungen direkt ausgesetzt. Kommt man in dieser Situation in einen Stau, drohen Hitzestau und Kreislaufprobleme. Auf jeden Fall wird man Konzentrations und Reaktionsprobleme haben.

Unsere Tipps:
1. Lieber öfter mal eine kurze Pause machen, mit einer leicht geöffneten Kombi fahren, nicht alles bis aufs letzte verschliessen.
2. Nimm viel Flüssigkeit auf, Pausen werden im Schatten gemacht.
3. Bei Stoffbekleidung: Das Futter heraus nehmen
4. Leichtere Motorradbekleidung tragen: Die meisten Hersteller bieten beispielweise Jacken an, die zwar nicht ganz so sicher sind, wie der Protektorenkombi, dennoch sind sie sicherer, als das T-Shirt!!!

Straßenbeläge einschätzen

Hier geben wir Tips, wie die Fahrsicherheit quasi automatisch erhöht werden kann. All die hier genannten Punkte wird man mit der Zeit automatisch beherrschen, es erfordert keine Mühe mehr, im Hintergund spult immer ein kleines Progrmann, passend zur Situation, ab. Nur so kann man die eigene Sicherheit und die seiner Beifahrerin erhöhen - auch wenn die Anderen mal wieder einen Fehler machen oder die Straße sich auf einmal ändert: Man erkennt wesentlich schneller und kann besser reagieren. Das hilft, die Knochen heil zu lassen und dann bringt das Biken doch erst recht Spaß, oder?

Fahrbahnzustand

Die Methode der Inianer aus dem Wilden Westen hilft hier leider garnix. Von wegen Kopf auf die Schinen legen und hören, was passiert. Das war leider mal... Dennoch gilt immer noch eine alte Regel: Wachsamkeit ist elementar! Schön die Augen (nein - nicht den Kopf!) auf den Teer legen und die Strasse mit ihren unebenheiten beobachten. Jetzt fragt man sich sicherlich. Beim Autofahren hab ich auch immer schon aufgepasst. Ist das hier denn so viel wichtiger? Auf jeden Fall!

Hier ein bischen Physik (wir haben es verständlich geschrieben - auch für die Wissenschaft-Muffel)

Alle Kräfte, wie Beschleunigen, Bremsen und Kurvenfahren (ja - immer schön in Schräglage) müssen vom Vorder- und Hinterreifen auf die Fahrbahn übertragen werden. O.K. das kann doch nicht so schlimm sein, oder? Im Prinzip nicht. Dumm ist nur, daß die Fläche zwischen dem Reifen und Fahrbahn gerade einmal so groß wie eine Zigarettenschachtel ist - Und zwar in der Summe der Flächen beider Räder!

Und genau aus diesem Grund heisst es vorsicht, wenn eine fiese, kleine rutschige Fläche (Kuhfleden, Cola-Dose, Banane...) auf der Fahrbahn liegt. Auch wenn Bitumen, vor einem liegt, gilt: Vorsicht! Das Bike schon ganz schön anfangen zu schlingern - von mehr wollen wir sicher nicht reden...

Als Biker muß man die Strasse immer schön beobachten. Selbst Kleinigkeiten können für den Biker wirklich interssant werden. Für Autofahrer ist das uninteressant, da sie ja 2 Räder mehr zur Verfügung haben, die alle mehr Fläche auf die Straße bringen und ein rutschendes Auto ist meist nicht ganz so schlimm, da es sich meist schnell wieder fängt.

Was sagt die Strasse?

Unterschiedlicher Fahrbahnbelag kann unterschiedliche Haftung übertragen. Auf rauhem Asphalt, neuen, nassen Asphaltdecke, Beton oder gar Kopfsteinpflaster fährt sich und haftet es ganz unterschiedlich!

Die Haftungsfähigkeit (damit ist das Greifen des Reifengummis in die Fahrbahn gemeint) beeinflusst die Länge des Bremsweges und mögliche Kurvengeschwindigkeiten enorm. Der herrliche raue Asphalt in den Bergen Süd-Frankreichs verursacht meist mehr Grip, Schräglagen lassen sich fast sorglos fahren. Der fiese glatte Asphalt in Griechenland hingegen erlaubt fast keine Schräglage. Hier drehen die meisen Bikes schon beim Gasaufziehen auf der Geraden durch! Sicher - das sind zwei Extrembeispiele. Dennoch gilt auch bei uns: Vorsicht mit dem Untergrund! Bei trockenem Wetter macht sich das für einen Straßenfahrer kaum bemerkbar - bei nasser Fahrbahn wird man dies viel intensiver "zu spüren" bekommen. Wenn die Straße also ihren Fahrbahnbelag ändert (das sieht man meist an der anderen Farbe des Asphalts) dann empfehlen wir:

Erstmal Geschwindigkeit anpassen, den Bremsdruck gefühlvoll zu dosieren, Sicherheitspolster bei Schräglagen schaffen (das Bike nicht in der ersten Kurve in volle Schräglage werfen)

Geflickte Fahrbahnstellen: Nachträglich ausgebesserte Fahrbahnstellen haben an den Rändern zur alten Fahrbahndecke Kanten, die beim Überfahren ein schwammiges Fahrverhalten auslösen können. Sicher geht man hier vor, indem man die Fahrlinie neben der Kante im größeren Winkel überfahren.

Schmutz auf der Strasse:

Eine äußerst unangenehme Sache: Steinchen auf der Straße - sie wirken wie kleine Kugeln und lassen einen wegrutschen, wie auf der berühmten Bananenschale. Sehr häufig treten die kleinen Bikerfeinde im Frühjahr, Herbst und Winter auf. Sie können Resultate von Ausberrserungsversuchen des Straßenbauamtes, oder einfach nur auf die Straße gescheudert worden sein. An folgenden Stellen sind oft Steinchen auf der Fahrbahn zu finden: An Ausfahrten von Wegen die unbefestigt sind, an Straßenrändern, in engen Kehren und an diversen anderen Plätzen.

Doch was ist, wenn man trozdem auf ein Steinfeld trifft? Man muss versuchen, die Linie neben Steinchen suchen. Das geht am besten, wenn man neben die Stelle schaut. Fährt man doch darüber hinweg, muss mit einem leichten Versetzen der "kleinen" gerechnet werden. Schön locker bleiben und die Maschine rollen lassen. Bloss nicht stark bremsen oder ruckartig lenken. Das würde die Situation nur verschlimmern.

Rollsplitt

Neue oder ausgebesserte Fahrbahndecken werden mit Rollsplitt abgestreut, um den Asphalt später einmal griffiger zu machen. Bis diese Steinchen sich jedoch in den Teer hineingedrücht haben, dauert es einige Zeit. Vorher sind diese Punkte extrem rutschig. Man erkennt sie als "helle Flecken" auf der Fahrbahn. Es sind kleine, graue spitze Steinchen. Wenn das Schild für Rollsplitt auf der Straße erschein, gilt: "Spitz pass auf!" Die Straße kann in der nächsten Kurve komplett mit Rollsplitt belegt sein! Ist man hier zu flott, liegt man schnell auf der Klappe.

Laub auf der Fahrbahn

Laub ist vielen Stadtmenschen sicherlich garnicht mehr bekannt. Hier eine kleine Einführung: Es sind die alten Blätter von den Bäumen, die im Herbst abfallen. Das macht der Baum, um sich auf den Winter vorzubreiten. Als Biker bereitet man sich anders auf den Winter vor. Das ist klar. Die Bäume interessiert das nur leider nicht. Sie schmeissen uns seit jeher das Laub vor´s Rad. Damit kann der Baum auch als "natürlicher Feind der Biker" gewertet werden. Nebenbei regnet es im Herbst auch meist, das macht das Laub erst recht rutschig wie Bohnerwax. Ein Tip noch: Selbst wenn die Sonne schön am Himmel scheint, ist das Laub noch nass und glitschig.

Auch hier gilt als wichtigster Punkt: Locker bleiben, Ruhe bewahren, nicht verkrampfen!

Weitere wichtige Elemente:

Fahrbahnmarkierungen: (das sind die weißen Strichen auf der Strasse) werden meist aus besonders haltbaren Kunststoffen hergestellt. Die Striche und Pfeile sind wesentlich glatter als Asphalt und daher schon bei trockener Fahrbahn rutschig.

Markierungen sollte man immer meiden. Hier ist das Ausrutschen beim Bremsen, Beschleunigen oder in Schräglage schon fast ein Klassiker.

Auch die Leitlinien und Zebrastreifen sollte man selbst trockener Fahrbahn nicht überfahren, sondern die Räder hindurchrollen lassen. Schließlich muß man hier ja auch manchmal bremsen (beispielsweise im Stau oder beim Kolonnenfahren).

Bei hohen Geschwindigkeiten auf der Landstraße oder Autobahn kann das Überfahren der Linien zu heftigen Fahrwerksunruhen führen, die einen ungeübten Fahrer schon nervös machen können - Dabei fühlen sich diese Fahrwerksunruhen oft unangenehmer an, als sie sind. Sie ist jedoch meist nur kurz, man muß hier die Ruhe bewahren und darf sich nicht auf dem Bike verkrampfen.

Auch für Motorradfahrer ist das Überfahren durchgezogener Linien grundsätzlich nicht erlaubt. (!!!) Wenn es in bestimmten Situationen notwendig ist, überfahre sie im großen Winkel.

Richtungspfeile

Richtungspfeile sind meist groß - klar, damit der Autofahrer sie besser erkennt. Sie werden von PKW und LKW und allen anderen KFZ außen überfahren. Beim Stau an Ampeln oder bei dichtem Verkehr verlieren jedoch viele schlecht gepflegte Autos Benzin oder gar rutschiges Öl. Damit man nicht - wenn man zufällig gerade einmal bremsen muss - auf die Nase fällt, sollte man als schlauer Motorradfahrer deshalb eine Fahrlinie neben den Pfeilen suchen. Sicherlich hätten bei einem Faller die Andern Schuld - aber: Hilft einem das weiter...?

Abgefräste Markierung

Klar: Alte Markierungen müssen auch mal von der Straße entfernt werden. Sie werden von der Fahrbahn mit einer Fräse entfernt. Es verbleiben längsgerillte Vertiefungen, die die Stabilität des Motorrades negativ beeinflussen. Das Motorrad fühlt sich schwammig an, auch wenn gerade über diese Ausfräsungen gefahren wird. Bei starkem Regen sammelt sich in diesen Vertiefungen das Wasser. Der Reifen hat nurnoch einen kleineren Teil zur Verfügung um mit der Strasse in Kontakt zu treten. Längere Bremswege und bedingte Schräglagen sind die Folge. Es erscheint somit auch logisch, dass hier vorraus schauender gefahren werden muss. Meist befinden sich in den Rillen auch noch Fräs-Reste. Hier gilt malwieder: Augen auf im Strassenverkehr!

Schiene auf der Fahrbahn / Bahnübergänge

Auf Schienen rutschen Reifen leicht weg, da das Metall durch seine glatte Oberfläche naherzu keinen Grip ermöglicht. Hier gilt: Möglichst quer oder in weiten Winkeln überfahren. Ebenso sollte man darauf achten, daß Bahnübergänge in der Mitte oftmals mit großen Stahplatten ausgelegt sind. Diese sind höllisch glitschig. Egal, ob es trocken oder nass ist. Darüber hinaus sind Bahnübergänge auf Ladstraßen oftmals tückesche Spunghügel. Den Redakteuren der
SUZUKI-Welt ist das Bike schon öfters auf diesen abgehoben - hier kann schnell ein Sturz die Folge sein. Schienen auf der Fahrbahn (meist in Städten mit einer Tram) sollte man mit gleichbleibender Geschwindigkeit, im großen Winkel ohne Schräglage überfahren werden. Im trockenen ist es meist noch O.K. besonders achtsam sollte bei feuchtem Wetter vorgegangen werden!

unser Tipp

Auch bei trockener Fahrbahn sollte man sich eine Fahrlinie neben Markierungen, Kanaldeckeln, Zebrasteifen und anderen rutschigen Punkten angewöhnen, dann muss man sich bei Regen nicht erst umgewöhnen.

Fahrbahnverlauf

Neben dem "Abchecken" des momentanen befahrenen Fahrbahnbereiches (mit einem halben Auge) muß der Motorradfahrer mit dem anderen Sichtbereich gleichzeitig auch den weiteren Fahbahnverlauf beobachten.

Der Fahrbahnverlauf ist für die Wahl der Geschwindigkeit, Abstände und des Fahverhaltens entscheidend.

Einfahrempfehlung

Moderne Motoren haben eigentlich nur noch sehr wenige Teile, die wirklich eingefahren werden müssen. In erster Linie sind dies die Kolbenringe. Diese brauchen tatsächlich noch eine Einfahrphase bis sie wirklich genau an den Zylinderwänden anliegen. Solange die Kolbenringe noch nicht sauber anliegen, können Verbrennungsgase vorbeizischen und die Wärme des Kolbens kann noch nicht richtig abgeführt werden. Hält man sich nicht an bestimmte Einfahrregeln rächt sich das in der Praxis durch hohen Ölverbrauch und schlechte Leistung.

Wenn man dies nun weiß, so ist eigentlich klar, wie man einen Motor einfahren muss. Es muss vermieden werden, dass der Motor sehr heiß wird. Also sind lange Autobahnvollgasfahrten genauso falsch wie untertouriges Bergauffahren und der oben abgebildete Burn-Out.

Richtig fährt man ein, wenn der Motor möglichst mit wechselnden Drehzahlen bewegt wird. Dabei braucht man sich nicht an die exakten Drehzahlgrenzen zu halten, welche vom Werk vorgegeben sind. Diese dürfen ruhig mal überschritten werden (z.B. beim Beschleunigen). Ideal sind daher kurvige Landstraßen, wo man ohnehin mit wechselnden Geschwindigkeiten und Drehzahlen fährt.

Die ersten 100 km das Motorrad, wenn möglich, nicht in Gegenden mit starken Steigungen und Gefällen fahren. Als Höchstdrehzahl sollte man etwa die halbe Maximaldrehzahl nehmen. Danach erhöht man die Höchstdrehzahl langsam auf das maximal Erlaubte, so dass der Motor etwa bei Kilometerstand 500 zum ersten mal voll ausgedreht wird (beim Beschleunigen). Von 500 km bis 1000 km sollte man das Motorrad , auch schon mal kurzeitig auf der Autobahn mit Vollgas bewegen. Ab 1000 km (also nach der ersten Inspektion bzw. ersten Ölwechsel) kann man dann den Motor voll belasten. Generell ist es natürlich wichtig für fließende Übergänge zu sorgen. Also immer alles langsam steigern.

Wichtig ist: Den Motor immer schön warmfahren (ca. 10km) bevor ihr Drehzahlen gebt!

Fahren im Dunkeln

Jeder erfahrene Biker kennt das etwas mulmige Gefühl.

Man fährt Motorrad und es wird langsam dunkel. Die Lichter fangen an, sich zu spiegel, die Umwelt erscheint im wesentlichen grau, das große Dämmerungs- und Dunkelproblem entsteht. Das Erkennen von Situationen und anderen Verkehrspartnern wird erschwert. Dummer weise haben die Andern die selben Probleme, man wird gerade jetzt leichter übersehen.

Also: Augen aufreißen, Tempo runter und schön konzentriert fahren! Wenn man gerade zu dieser Tageszeit müde ist, lieber ein kleines Päuschen machen. Zehn Minuten später ankommen sind doch nix gegen eine zerdellte Nase, oder?

Doch - warum ist das so?

Es gibt hier mehrere Gründe, warum wir nachts weniger erkennen können:

1. Die natürliche Nachtsehfähigkeit eines Menschen beträgt circa 10-15 Prozent der Tagsehfähigkeit. Dadurch wird die Verkehrsumwelt schwer erkennbar.
2. Da man wenig von seiner direkten Umwelt sieht, fehlen dem Auge die Vergleichspunkte (Fixpunkte), die notwendig sind, um Geschwindigkeiten richtig einzuschätzen. Fixpunkte sind beispielsweise Bäume, parkende Fahrzeuge oder Schilder. Klar ist auch, das dadurch die Geschwindigkeit anderer Verkehrsteilnehmer schwerer einzuschätzen wird.

Was kann man dagegen unternehmen?

Wir haben uns für Euch beim Medizinmann umgeschaut - und die Pharma-Konzerne sagen, dass man Vitamin A (Beta Carotin) zu sich nehmen soll. Das reduziert Nachblindheit und schlechtes Sehvermögen. Die typischen Mangelerscheiningen seien Juckende, rauhe, trockene Haut, Verlust von Geruch, Geschmack und Appetit, stärkere Nachtblindheit, erhöhte Gefahr von Infektionen, stärkere Ermüdung, stumpfes, trockenes, sprödes oder ergrauendes Haar. (siehe www.vitacomplete.com)

Das war die Gesundheit. Was gibt es noch?
Man sollte immer darauf achten, sein Tempo anzupassen. Immer schön locker bleiben. Darüber gilt es, sein Visier perfekt sauber zu halten. Ein kleiner Halt bei der nächsten Tanke und die toten Fliegen und Mücken sind schnell entfernt. Achten Sie beim Helmkauf darauf, das das Visier auch beschlagfrei ist. Denn zu den angesprochenen Tageszeiten beschlägt dieses leichter, ein beschlagenes Visier verschlechtert die Sicht nochmals. Da man ja sowieso schon an der Tanke steht und den Wassereimer in der Hand hält, sollte man kurz über den Scheinwerfer und (bei einer langen Tour bei schlechtem Wetter) auch noch das Rücklicht abwaschen. Nach der Abfahrt staunt man teilweise nicht schlecht, was man nachts doch so sehen kann.

Fahren mit dem Roller

Das Fahren mit Rollern unterliegt normalerweise ähnlichen fahrphysikalischen Grundsätzen, wie bei einem richtigen Bike. Doch Achtung! Es gibt ein paar Kleinigkeiten, die man umbedingt beachten sollte!

Bremsen

Achtung: Bei Rollern besteht bei Nässe größere Rutschgefahr als bei einem Motorrad. Warum?
Hier ein paar Erklärungen zur Fahrwerksdynamik des Rollers: Sein Schwerpunkt liegt weit hinten, da Motor und Geriebe im Bereich des Hinterrades liegen und der Fahrer hinten sitzt. Dies hat zur Folge, daß nur 50 Prozent der Bremskraft mit der Vorderradbremse und 50 Prozent mit der Hinterradbremse erreicht wird. Das Vorderrad hat durch diese Achslastverteilung weniger Grip als bei einem herkömmlichen Motorrad und kann durch diese Tatsache leichter rutschen.

Beschleunigungen

Vorsicht! Beim Beschleunigen kann das Vorderrad sehr leicht abheben, vor allem beim anfahren am Berg, mit Beifahrer, oder beim "Kavaliersstart". Diese Form von Zweiradfahren nennt sich "Weelie", ist jedoch mit einem Roller überhaupt nicht zu empfehlen, da man bei einem Roller viel zu schnell die Kontrolle über sein Fahrzeug verliert. Wir empfehlen, "Weelies" lieber den Stunt-Profis, die auf der Rennstrecke unterwegs sind.

Schräglagen und Kurven fahren

Beim Kurvenfahren erreichen die schnelldrehenden, kleinen Räder des Rollers ziemlich früh die physikalisch Grenze der Seitenführungskräfte. Also: Vorsicht beim schnellen befahren kurvenreicher Strecken oder beim flotten abbiegen. Das Rad kann dann spontan wegrutschen, ohne das man reagiegen kann - man braucht zum flotten fahren auf jedem Zweirad eine Menge Übung. Also: Nicht raufsetzen und losrasen. Das kann schnell "ins Auge" gehen.

Vollgas / schnell fahren

Die Räder des Rollers sind meist sehr kleinen und dazu noch meist sehr leicht. Dadurch können nicht annähernd so große Kreiselkräfte aufbauen, wie bei einem großen Rad eines Motorrades, das die beim fahren notwendigen Kreiselkräfte aufbaut. Deshalb wird das Fahren bei höheren Geschwindigkeiten unruiger als beim großen Motorrad. So wird zum Beispiel die Seitenwindempfindlichkeit sehr groß.

Durch die fehlende Stabilisation der Räder verändert sich somit die Fahrlinie.

Regenfahrten

Grausam: Man schwingt sich auf das Bike und es schüttet wie aus Eimern, aber was hilft es: Schließlich kann das Bike ja nicht fliegen und es soll heute noch nach Hause gehen. Oder eine ander Vorstellung: Morgens noch heiter Sonnenschein, mittags schon ein paar Wölkchen am Himmel und nach der Mittagspause mit dem leckeren Spagettiauflauf gibt es ein dermassen unangenehmes Wetter: Es wird kühl, nieselt, fängt an richtig zu regnen. Zwischendurch ist die Straße wieder trocken... und zu aller letzt ist auch noch Erntezeit, die Straße ist zeitweise voller Matsch, man weiss also garnicht so recht, Ist es nun rutschig oder nicht??

Hier also unsere Tipps für schlechtes Wetter:

1. Regenkleidung lieber etwas früher als zu spät anziehen. Durchnässte Kleidung kühlt den Körper aus, der Körper wird unbeweglicher und die Reaktionen werden langsamer.
2. Augen auf! Straße lesen ist jetzt besonders wichtig, denn Straßenschäden sind schlechter zu erkennen.
3. Bei kaltem Wetter warme Unterwäsche und windabweisende Kleidung tragen (der Regenkombi hilft auch gegen Kälte, da er windundurchlässig ist).
4. Bremswege werden schnell doppelt so lang denn Reifen verlieren auf nasser Fahrbahn wesentlich schneller den Grip und optimales Bremsen wird sehr schwer.
5. Auf nasser Fahrbahn mit wesentlich weniger Schräglage fahren, um Wegrutschen zu vermeiden.
6. Visier sauber halten. Ein dreckiges oder zerkratztes Visier verschlechtert die Sicht ebenfals erheblich.
7. Auch bei gutem Wetter das ungetönte Visier mitnehmen denn schlechtes Wetter oder Dunkelheit können immer kommen.

Sehen und gesehen werden

Eigene Sicht

Wenn man etwas auf sich zukommen sieht, dann hat man zumindest die Chance zu bremsen, auszuweichen oder man wählt eine andere Alternative, sich aus einer Brezlichen Verkehrssituaion bringt. Auf jeden Fall hilft es eine Menge wenn man was sieht! Ein Adlersauge kann man jedoch nur haben, wenn wenn die eigenen Augen nicht behindert werden. Das kann man bestens damit erreichen, daß das Visier immer neuwertig ist. Schmutz, Beschlag, oder Kratzer können selbst tagsüber die Sicht erheblich verschlechtern. Ein gutes, sauberes Visier schafft klaren Durchblick. Klingt logisch, oder?

Sehfähigkeit

Gerade als Motorradfahrer sollte man regelmäßig seine Sehfähigkeit kontrollieren lassen. Warum?
Um scharfes, fixierendes Sehen zu gewährleisten. Klare Sicht in unklaren Situationen soll schon vielen weitergeholfen haben... Aber nicht andersrum!

Hier ein wenig Theorie, was das mit dem sehen so auf sich hat:

Was ist sehen?

Man bezeichnet das Erkennen von Konturen, Bewegungen und Gegenständen bis zu einem Winkel von 160-180° "pheripäres Sehen". Der Scharfsehwinkel, in dem Punkte richtig klar erkennbar sind, ist nur circa 10° groß.

Neben einem gut ausgeprägtem scharfen Sehen, daß man zum Anfixieren von Gefahrenpunkten, gedachten Fahrlinien, sowie Abschätzen von Eigen- und Fremdgeschwindigkeiten unbedingt benötigt, ist man auf das periphere Sehen angewiesen. Also: Wenn man mal zufällig an einem Optiker vorbeischlendert: Rein da und Augen prüfen lassen! Das schadet zumindest nicht.

Dazu machen viele den Fehler, das ihr Gesichtsfeld eingeschränkt ist. Verrutschte Sturmhauben werden nicht beachtet, zu kleine Motorradbrille mit dickem Rand werden getragen. Man merke sich: Klare sicht für klare Biker!

Wenn im Augenwinkel etwas passiert, verlangt dies gezieltes Kopfdrehen in diese Richtung, damit gleichzeitig das periphere Sehen um diesen Punkt herum vergrößert wird.

UNSER TIPP

Man sollte sich angewöhnen, nicht den bequemen Weg zu gehen und nur aus dem Augenwinkel beobachten. Motorradfahren ist immer ein bißchen Sport - und ist es all zu anstrengend, den Kopf ab und zu zu drehen und die Sitautionen mit direktem geraden Blick anzufixieren? Das erhöht das klare Sehen um diesen Punkt herum. Sieht man also ein Auto mehr, das einen übersehen hat, hat es sich schon gelohnt - und zusätzlich macht es einen schönen Hals. Was will man mehr?

Sicht nach hinten

Die beiden Rückspiegel ermöglichen eine beschränkte Sicht nach hinten.

Viele Spiegel werden durch den Unterarm verdeckt. Achten Sie auf diese Punkte schon beim Kauf der Jacke (eng anliegend) und beim Motorrad (weit abstehende Siegel).

Durch einen kurzen Blick in die Spiegel kann die Einschätzungen in die Situation nur als zweidimensionales Bild, wie ein unbewegliches Foto, wahrgenommen werden.

Geschwindigkeiten nachfolgender Fahrzeuge können nur durch mehrmaliges Beobachten im Spiegel einigermaßen kalkulierter abgeschätzt werden.

Damit man den Bereich links und rechts neben dem Bike, den toten Winkel, auch im Griff hat, sollte man auch hier zeitweise seinen Hals drehen und nach dem rechten sehen.

Die richtige Blicktechnik

Einer der wichtigsten Punkte ist der freie Blick weit nach vorne: Er ermöglicht es, vorausschauend Situationen zu erfassen, zu verarbeiten und richtig Endscheidungen zum Fahrverhalten zu treffen. In Kurven sollte man so weit wie möglich schauen.

Viele führen den Blick jedoch am Anfang falsch, "legen" ihn auch in der Kurve vor das Vorderrad. Richtet man den Blick allerdings gen Kurvenausgang, weiß man sofort, was die Kurve macht: Zieht sie sich zu, oder geht sie auf. Weiterhin gilt:

Als Motorradfahrer ist man in allen Fahrsituationen auf eine gezielte Blicktechnik angewiesen.

Fahren in der Gruppe

Herrlich: Es ist Sonntag, man hat sich mit Freunden zum Biken verabredet. Doch damit die Ausfahrten in der Gruppe Spaß machen und auch alle sicher und heil wieder zu Hause ankommen, sollten vor der Abfahrt folgende Regeln gemeinsam abgesprochen werden:

Jeder fährt eigenverantwortlich

Keiner sollte niemals über das eigene Leistungsvermögen fahren (auf keinen Fall denken: Wenn der da durch kommt, schaff ich das auch locker so schnell, denn das geht schief!) Die Geschwindigkeit des Vorausfahrenden sollte so gewählt werden, das auch der langsamste, ungeübte Fahrer locker mitkommt.

Schnell fahren mag ja für geübte Fahrer in Ordung sein, man darf sich jedoch nicht verleiten lassen, sich gegenseitig "heiß zu fahren" Einmal losgefahren, sollte die Reihenfolge der Gruppe einhalten werden. Seinen Freunden muss man schliesslich nichts beweisen.

Sicherheitsabstände sollten eingehalten werden, ebenso ist versetztes Fahren Pflicht. Jeder muss in den Kurven eigenständig seine Sicherheitslinie suchen Durch die Spiegel Sichtkontakt zum Hintermann halten. Bleibt er zurück, langsamer werden und notfalls an geeigneter stelle warten.

An Kreuzungen oder Ampeln nicht blindlinks mitziehen. Selber schauen, als wenn man alleine unterwegs ist!
Zur eigenen Sicherheit: Beim Überholen anderer Verkehrsteilnehmer nicht dem Vordermann trauen!
Vorher über die Reiseroute sprechen und klären, wie oft Pausenstopps gewünscht sind: So wird keiner überfordert.
Gleichzeitig tanken - ansonsten entsteht nur Frust (na toll, schon wieder tanken...)

... und zu guter letzt: Bein Gruppenfahrten ist "normales", Lärmminderndes Fahrverhalten aller Teilnehmer nicht nur aktiver Umweltschutz, sondern hebt das Ansehen aller Motorradfahrer.